Zeckenjahr 2018: Kleine Biester, große Krankheiten

10. Juli 2018 von
Unscheinbar hängt sie da. Doch wenn man sie nicht entdeckt, kann es böse enden. Symbolfoto: Thorsten Raedlein
Region. Zecken sind 2018 auf dem Vormarsch, davor warnten kürzlich auch die Experten des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Gleich zwei verheerende Krankheiten verbreiten diese kleinen Tiere: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose (Lyme-Krankheit). Beide können tödlich sein.

Bereits im Frühjahr gab es erste Hochrechnungen zu der gesteigerten Zecken-Ausbreitung in unserer Region (regionalHeute.de berichtete). Der warme Sommereinstieg scheint sein Übriges beigetragen zu haben, denn die Experten schlagen nun erneut Alarm. In diesem Sommer werde es besonders viele Zecken geben. Die Wissenschaftler vom DZIF sprechen sogar von einem „Zecken-Jahr“.

Sie wollen unser Blut

Damit einher geht auch eine deutlich höhere Gefahr an Hirnhautentzündung oder Borreliose zu erkranken. Diese Krankheiten können wir uns von den kleinen spinnenartigen Tieren einfangen. Beim gemütlichen Sommerspaziergang durch den Wald oder auch den eigenen Garten kann es schnell zu einer unliebsamen Begegnung mit Zecken kommen.

Die Zecken haben ein gigantisches Fassungsvermögen. Foto: Thorsten Raedlein

Die Parasiten lauern geduldig in ihren Verstecken. Besonders beliebt sind Büsche, Sträucher und Gräser. Hier sitz auch der Gemeinde Holzbock, Ixodes ricinus, der zu einer der häufigsten Zeckenarten zählt. Kommt ein Mensch oder Wirbeltier in seine Nähe, versucht er auf seinen Wirt zu gelangen. Ist ihm dies geglückt, beginnt er eine geeignete Stelle auf der Haut zu suchen. Dabei lässt er sich Zeit, teilweise über Stunden sucht er die für ihn attraktivste Stelle. Danach folgt der Stich. Blutsaugend hängt der Parasit dann an seinem Opfer. Dabei gibt er auch seinen eigenen Speichel in die Wunde, damit auch all seine Krankheitserreger, die er gegebenenfalls mit sich trägt.

Gefährliche Krankheiten

Besonders häufig kann es hier zur der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose (Lyme-Krankheit) kommen. Bei ersterer handelt es sich um eine Viruserkrankung, die zu einer Hirnhautentzündung führen und tödlich enden kann. Während es für die FSME keine Heilung, aber eine vorbeugende Impfung gibt, muss man bei der Borreliose ohne Impfstoff auskommen. Hier gibt es allerdings eine Behandlungsmöglichkeit mit Antibiotika.

Viel zum Schutz tun kann man neben der Impfung leider nicht. Doch sei es sehr ratsam, sich nach jedem Aufenthalt an der frischen Luft auf Zecken zu kontrollieren. Es gilt: Je früher eine Zecke entfernt wird, desto geringer das Ansteckungsrisiko.

Was tun bei einem Zecken-Biss?

Die „Wanderröte“ nach einem Zeckenbiss könnte ein Indiz für eine Borreliose sein. Foto: Anke Donner

Wenn die Zecke zugeschlagen hat, dann heißt es möglichst schnell sein. „Entfernen Sie die Zecke mit einer Zeckenkarte oder -zange ohne das Tier am Leib zu quetschen und desinfizieren Sie die Wunde“, erklärt Masyar Monazahian vom Landesgesundheitsamt.

Er empfiehlt außerdem die Stelle an der die Zecke zugebissen hat zu markieren. „Am besten mit einem Kugelschreiber einkreisen oder ein Bild mit dem Smartphone machen, um zu schauen, ob sich etwas verändert.“ Tritt eine kreisförmige Rötung auf, könne dies auf Borreliose hindeuten.

„Bildet sich eine Wanderröte, breitet sich die Rötung um den Stich also aus oder tritt an anderer Stelle des Körpers auf, sollte in jedem Fall zum Arzt gegangen werden“, rät der Doktor. Bei einer FSME-Infektion treten anfangs grippeähnliche Symptome auf, auch hier sollte besser ein Arzt aufgesucht werden. 

Wie man seinen heimischen Garten gegen die Zeckenplage wappnet erfahren Sie hier:

Zeckenplage im Garten – Was tun?

 

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