NABU, BUND und LBU: Stellungnahme zur Pflanzaktion mit Otte-Kinast

28. November 2019
NABU, BUND und LBU: "Die Verbände fordern die Ministerin auf, den Empfehlungen namhafter Wissenschaftler und Waldpraktiker Deutschlands zu folgen und abzuwarten, was die Natur in den nächsten Jahren an jungen Laubbäumen kostenlos und besser liefert, als ein unwirtschaftlicher teurer Legoland-Waldbau, der sich später als ökologisch unangepasst gegenüber Klimaveränderung erweist." Symbolfoto: Pixabay
Königslutter. Reinhard Wagner vom NABU, Thomas Keller vom BUND und Karl-Friedrich Weber vom LBU (Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen) nehmen in einer Pressemitteilung Stellung zu einer Pflanzaktion im Elm bei Räbke, zu der die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast, und der Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Dr. Klaus Merker, für den morgigen Freitag eingeladen haben. Die Pressemitteilung ist ungekürzt und unkommentiert.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast, und der Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Dr. Klaus Merker, haben für Freitag, den 29. November Politiker, Jäger, Förster, Forstunternehmer „aus der Palette der Waldnutzer“, wie es in der Einladung vom 29. Oktober 2019 hieß, zu einer Pflanzaktion in den Elm geladen. Die Anwesenheit der Naturschutzverbände vor Ort sowie eine allgemeine Bürgerbeteiligung ist nicht vorgesehen. Ein kritischer Diskurs die Übernutzung der Wälder des Elm und der Region Braunschweig in den vergangenen zwei Jahrzehnten betreffend findet nach wie vor nicht statt. Man will offenbar unter sich bleiben, wenn es mit der Begründung zweier trockener Sommer darum geht, Steuergelder in Millionenhöhe bereit zu stellen und Pflanzaktionen zu finanzieren, die wie in der Vergangenheit erfahrungsgemäß mit weiterer flächiger Zerstörung gewachsener Waldböden durch Kahlschläge und Großmaschinen verbunden sein werden.

Die Verbände fordern die Ministerin auf, den Empfehlungen namhafter Wissenschaftler und Waldpraktiker Deutschlands zu folgen und abzuwarten, was die Natur in den nächsten Jahren an jungen Laubbäumen kostenlos und besser liefert, als ein unwirtschaftlicher teurer Legoland-Waldbau, der sich später als ökologisch unangepasst gegenüber Klimaveränderung erweist. Ein „Weiter so, wie bisher“ hinter einem verschleiernden Öko-Vokabular hieße, die forstwirtschaftlichen Fehler vergangener Jahrzehnte in die Zukunft hinein fortzusetzen.

Dagegen ist es zielführend, diejenigen Waldeigentümer finanziell zu unterstützen, die wieder zu einer robusten Waldwirtschaft auf der Basis einer natürlichen Verjüngung standortheimischer Laubbaumarten zurückkehren und sich von der Erkenntnis leiten lassen, dass die Natur weit besser als der Mensch künftige Ökodienstleistungen von hoher betrieblicher und nationalökonomischer Wertschöpfung erbringen kann.

Thomas Keller (BUND) – Reinhard Wagner (NABU) – Karl-Friedrich Weber (LBU)

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