Messwerte des Grundwassers im Raum Helmstedt liegen vor

30. August 2018
Harald Guelzow und Lina Remme im Labormobil. Foto: VSR-Gewässerschutz e.V.
Helmstedt. Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen seiner Informationsveranstaltungen am 25. Juli in Helmstedt abgegeben wurden. In jeder dritten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter.

Insgesamt 105 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen Lina Remme, Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst, und Harald Gülzow, Projektleiter, aus dem Raum Helmstedt – Königslutter – Velpke – Grasleben – Erxleben für die Untersuchung entgegen. Ein Grund für die hohen Belastungen ist die intensive Landwirtschaft. Diese hat sich in den letzten
10 Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig konnte die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft – der ökologische Landbau – kaum wachsen. Hier müssen vor allem die Verpächter handeln. Der VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften
zu lassen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 139 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Helmstedt. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer in Beienrode mit 100 Milligramm pro Liter (mg/l), in Ochsendorf mit 91 mg/l, in Schoderstedt mit 92 mg/l, in Groß-Steinum mit 99 mg/l, in Emmerstedt mit 94 mg/l, in Ostingersleben mit 102 mg/l und in Emden mit 113 mg/l fest. Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es besteht die Gefahr, dass es zur
Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbenen Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Nitratbelastetes Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese muss in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden. Nur so kann eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden. Bürger können dem Verein eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind.

Weitere Informationen dazu gibt es hier:
https://www.vsr-gewässerschutz.de/analyse/

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