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Kinokritik: „Le Mans 66“ – furioses Rennsportabenteuer

14. November 2019
Am gestrigen Donnerstag lief im Astor Filmtheater im Rahmen des Männerabends das Rennsport-Abenteuer "LeMans 66: Gegen jede Chance" an. Foto: Astor / Video: Marvin König
Braunschweig. Mit "LeMans 66 - gegen jede Chance" oder im englischen Original "Ford v. Ferrari" begibt sich Regisseur und Drehbuchautor James Mangold auf die gewagte Mission eines Historiendramas um den Kampf der Ford Motor Company gegen die Übermacht von Ferrari beim 24-Stunden Rennen von Le Mans, welches in den 60ern hunderttausende Rennsportfans weltweit begeistern konnte. Was für ein Film dabei herausgekommen ist, verraten euch unsere Filmkritiker.

Der Film, welcher auf der Biografie „Go Like Hell: Ford, Ferrari, and Their Battle for Speed and Glory at Le Mans von A.J. Baime basiert, lief am gestrigen Mittwoch im Rahmen des Männerabends im Astor Filmtheater an.

Mit Matt Damon in der Rolle des legendären Autokonstrukteurs Carroll Shelby, dessen originales Pendant erst 2012 verstorben ist und dem Batman-Darsteller und leidenschaftlichen Method-Actor Christian Bale als Rennfahrer Ken Miles ist die hochkarätige Besetzung in jedem Fall schon einmal abgesteckt. Der aus „The Walking Dead“ bekannte Jon Bernthal als Lee Iacocca und die stimmungsvolle Musik des erfahrenen Filmkomponisten Marco Beltrami runden das Star-Paket ab.

Inhalt:

Der US-amerikanische Sportwagenkonstrukteur Carroll Shelby und und sein Freund, der unkonventionelle – und charakterlich bisweilen schwierige – britische Rennfahrer Ken Miles entwickeln im Auftrag von Henry Ford dem zweiten einen Wagen, der die beim 24-Stunden Rennen von Le Mans übermächtige und ungeschlagene Konkurrenz von Ferrari in die Schranken weisen soll. Sie haben nur wenig Zeit, aber sie haben den Willen, das Unmögliche zu schaffen – auch die Mühlen der Ford-Bürokratie sitzt ihnen dabei im Nacken.

Trailer: 

Kritik:

Eins vorab – wer bei „LeMans 66: Gegen jede Chance“ einen Werbefilm für Ford erwartet, wird wahrscheinlich gnadenlos enttäuscht werden. Die Story stellt von Anfang an klar, dass die zwischenmenschlichen Aspekte und die Freundschaft zwischen den beiden Auto-Enthusiasten Carroll Shelby (Matt Damon) und Ken Miles (Chrstian Bale) im Vordergrund stehen. Shelby saß – bis seine Gesundheidheit sich quer stellte – selbst hinterm Steuer für Aston Martin und errang 1959 einen Gesamtsieg beim Rennen von Le Mans. Trotz, dass er seine Rennfahrerkarriere selbst nicht mehr fortsetzen konnte, heuerte ihn Ford an, um selbst mit einem eigenen Wagen den begehrten Pokal abzuholen. In Ken Miles findet er einen Freund und enthusiastischen Rennfahrer, der sein Ziel leidenschaftlich unterstützt – sehr zum Leidwesen der Ford-Manager, die in dem ruppigen Raufbold keine geeignete Repräsentation der Ford Motor Company sehen. Shelby weiss, dass Miles der einzige Fahrer mit den Fähigkeiten ist, um Le Mans zu gewinnen. Die Spannungen, die dadurch zwischen Großkonzern-Management, Rennsport-Leidenschaft und echter Männerfreundschaft entstehen sind nicht nur wahres Drehbuch-Gold, sie vermögen auch komplette Rennsport-Muffel gut zu unterhalten. Spannung bis zum Schluss – auch außerhalb der filmisch mit großer Liebe zum Detail in Szene gesetzten Rennsequenzen, die immer wieder durch unerwartete Wendungen und gut getimte Gags aufgelockert werden.

Auch schauspielerisch sind absolut keine Abstriche zu machen. Christian Bale geht in seiner Rolle unglaublich auf und spielt den Charaktertyp Ken Miles mit einer unglaublichen Liebe zum Detail. Mollie Miles (Caitriona Balfe) als seine Frau bildet mit ihrer ruhigen Art einen Gegenpol zum ruppigen Miles – der im übrigen auch anders kann, wie er am liebevollen Umgang mit seinem Sohn zeigt. Matt Damon als Caroll Shelby wirkt ebenfalls, als sei er für die Rolle geboren worden. Insgesamt bietet „LeMans 66: Gegen jede Chance“ trotz seiner langen Laufzeit von zweieinhalb Stunden gute Unterhaltung, tolle Dialoge, hervorragendes Schauspiel, glaubhafte, gut dosierte Effekte und eine fantastische Story, die das Leben geschrieben hat. 

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