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Kinokritik: „Gut gegen Nordwind“ – Zum Glück ohne Til Schweiger

13. September 2019
Die deutsche Romantik-Komödie "Gut gegen Nordwind." konnte unsere Filmtester wenig überzeugen. Foto: C1 Cinema/Video: Alexander Dontscheff
Braunschweig. Wer an romantische Komödien aus deutschen Landen denkt, dem fallen natürlich sofort die Namen Til Schweiger und Matthias Schweighöfer ein. Der nun im C 1 Cinema angelaufene Film "Gut gegen Nordwind" hat keinen der beiden Stars zu bieten, sondern wurde von Vanessa Jopp inszeniert. Das muss aber nicht unbedingt ein Nachteil sein, wie zumindest unsere Filmtester befinden.

Basierend auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Daniel Glattauer erzählt der Film von einem Zufall, der Emma mit dem Linguisten Leo in E-Mail-Kontakt treten lässt. 

Inhalt:

Ein verdrehter Buchstabe lässt eine E-Mail von Emma Rothner (Nora Tschirner) versehentlich bei Leo Leike (Alexander Fehling) landen. Der Linguist antwortet prompt. Sie beginnen einen schnellen, lustigen und immer intimer werdenden E-Mail Dialog, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Einige Wochen und viele gesendete und empfangene Nachrichten später wird daraus eine virtuelle Freundschaft. Leo und Emma beschließen zunächst, ihre Verbindung rein digital zu belassen als eine kleine Flucht vor dem Alltag – denn Leo kommt einfach nicht von seiner Ex-Freundin Marlene (Claudia Eisinger) los und Emma ist mit Bernhard (Ulrich Thomson) verheiratet und hat zwei Stiefkinder.

Dennoch: Die beiden vertrauen sich ihr Innerstes an und kommen sich auf dem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität immer näher. Und da stellt sich die Frage, ob sie sich nicht doch mal Angesicht zu Angesicht treffen sollten, denn die Schmetterlinge, die Leo und Emma mittlerweile jedes Mal im Bauch haben, wenn ihr E-Mail Postfach mit einem „Pling“ eine neue Nachricht ankündigt, sind ganz und gar nicht nur digital. Aber kann man sich tatsächlich nur durch Worte richtig verlieben? Und werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung in der Realität standhalten? Und was, wenn ja?

Trailer

Kritik

„Eine dank kluger Inszenierung und exzellentem Spiel, eine ebenso berührende wie authentisch anmutende moderne Love-Story.“ So lautet die eigene Einschätzung von „Gut gegen Nordwind“ des Verleihers. Leider können sich dem unsere Filmtester so gut wie gar nicht anschließen. Als einziger gemeinsamer positiver Nenner scheint der Fakt, dass weder Til Schweiger noch Matthias Schweighöfer mitspielen. Ansonsten habe es man mit einer typischen deutschen Romantik-Komödie zu tun, die nicht gerade gut gelungen sei. Vieles wirke in die Länge gezogen, der Kitsch werde zu dick aufgetragen und den Schauspielern gelinge es nicht, den eigentlich intensiven Inhalt über den ganzen Film zu tragen. Die Dialoge seien unfassbar künstlich, es wirke als würden sich die Protagonisten gegenseitig mit Tim Bendzko-Song-Zitaten bewerfen. Außerdem habe man zeitweise den Eindruck, einem Hörbuch zu folgen.

Einige gute Ansätze seien aber doch zu verzeichnen. Es sei generell eine schöne Geschichte, die aber besser hätte ausgebaut werden können. Zudem liefere die Story Gesprächsbedarf. Wann fängt Fremdgehen an? Ist es moralisch verwerflich, intime Details mit einem Fremden zu teilen? Manch Zuschauer dürfte sich in solchen Szenen wiederfinden. Auch der Humor wird gelobt. Er sei nicht so platt wie in anderen Filmen. Auch der Soundtrack wisse zu gefallen.

Unter dem Strich bleibt ein Film, den man sich zwar mal anschauen könne, aber vermutlich kein zweites oder drittes Mal.

Wir vergeben 2,5 von 5 regionalHeute.de Punkten.

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