Kampf um Kunden?: Warum fünf Städte Sonntag die Läden öffneten

1. Oktober 2018 von
Gleich fünf Städte hatten am Sonntag die Läden geöffnet. Ein Überangebot? regionalHeute.de hat nachgefragt, warum es zu solchen Überschneidungen kommt. Foto: Alexander Panknin
Region. In gleich fünf Städten konnte die Region am gestrigen Sonntag ausgiebig shoppen und bummeln. In Gifhorn, Braunschweig, Salzgitter, Bad Harzburg und Wolfsburg öffneten die Händler ihre Türen. Ein großzügiges Angebot oder ein gegenseitiges Abwerben der einkaufswilligen Kunden? regionalHeute.de hat einmal nachgefragt, warum es zu solchen Überschneidungen kommt.

Die Braunschweiger Händler hatten am Sonntag im Rahmen des trendsporterlebnis die Geschäfte geöffnet. Und auch in Salzgitter Bad koppelte man den verkaufsoffenen Sonntag an eine andere Veranstaltung – an die Automeile. In Gifhorn und Wolfsburg konnte man ebenfalls durch die Geschäfte stöbern. In Wolfsburg fand der verkaufsoffene Sonntag im Rahmen des Oktoberfestes statt. Und weil in Bad Harzburg am vergangenen Wochenende das Kastanienfest anstand, hat man auch hier die Geschäfte geöffnet. 

Wer also Lust, Geld und Zeit hatte, der konnte an einem einzigen Sonntag einen wahren Shopping- Marathon hinlegen. Denn die Städte liegen ja eng beieinander, das Wetter hat gepasst und der bevorstehende Herbst macht eine neue Garderobe notwendig. 

Tut das Not? 

Nun kann man sich aber durchaus die Frage stellen, ob das Not tut und ob sich die einzelnen Städte bei der Planung ihrer verkaufsoffenen Sonntag nicht abstimmen. Wird den Kunden der Region ein besonderer Service geboten oder schnappen sich die Städte gegenseitig die Käufer weg? 

regionalHeute.de hat bei den ausrichtenden Städten mal angefragt, wie die verkaufsoffenen Sonntage festgelegt werden und ob man bei der Terminfestlegung nicht einmal über die Stadtgrenzen hinaus schaut.

Viele Faktoren zu berücksichtigen

Dazu erklärt die Braunschweig Stadtmarketing GmbH auf Anfrage von regionalHeute.de: „Die Braunschweig Stadtmarketing GmbH stimmt sich mit ihren jeweiligen Partnern für die Veranstaltungen mit verkaufsoffenem Sonntag bezüglich der Termine ab. Bei der Planung müssen aber nicht nur die Wünsche von Veranstalter und Partnern berücksichtigt werden, sondern unter anderem auch, wann die benötigten Flächen zur Verfügung stehen oder dass die Termine zum Thema der Veranstaltung passen.

Das Stadtmarketing befindet sich bezüglich der Termine im ständigen Austausch mit den Nachbarstädten. Da aber auch diese ähnliche Parameter bei ihrer Planung berücksichtigen müssen und die Festlegung der Termine der jeweiligen Kommune obliegt, lassen sich Überschneidungen nicht immer vermeiden. Da die Veranstaltungen, wie es am Wochenende der Fall war, in den Kommunen thematisch unterschiedlich ausgerichtet sind, wurden den Menschen in der Region so vielfältige Freizeitmöglichkeiten geboten.“

Überschneidungen manchmal nicht vermeidbar

Die Terminierung der verkaufsoffenen Sonntage in Wolfsburg erfolge in enger Abstimmung zwischen dem Handelsbeirat, den Werbegemeinschaften, der WMG und der Stadt Wolfsburg. Bei der Terminfindung würden verschiedene Faktoren wie zum Beispiel Ferienzeiten, Feiertage, Saisonzeiten im Einzelhandel aber insbesondere auch Veranstaltungen einfließen, um ein bestmögliches Besuchserlebnis zu schaffen, teilt die Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH (WMG) auf Nachfrage mit.

„Darüber hinaus ist es aber auch von Bedeutung, die Terminüberlegungen der Nachbarstädte und – kommunen – soweit bekannt – bei den eigenen Planungen bestmöglich zu berücksichtigen. Dass es wie am Sonntag auch mal zu einer Überschneidung mit den in diesem Fall benachbarten Oberzentren Braunschweig und Salzgitter kommt, lässt sich aufgrund der zahlreichen Einflussfaktoren, die bei der Terminfindung zu berücksichtigen sind, jedoch nicht immer ausschließen“, so Jens Hofschröer, Geschäftsführer der Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH .

Der letzter verkaufsoffene Sonntag fand in Wolfsburg am 1. Juli statt – hier, mit Geestland im Landkreis Cuxhaven, lediglich gemeinsam mit einer weiteren Gemeinde aus ganz Niedersachsen.

Noch immer nicht genug? 

Wer jetzt erst richtig in Shopping-Laune gekommen ist und einfach nicht genug vom Einkaufen und Bummeln hat, der kann am kommenden Sonntag gleich weitermachen. Dann werden nämlich in Goslar die Türen der Einzelhändler weit aufgemacht. Die Kaiserstadt lädt zum mittelalterlichen Treiben auf dem Marktplatz und Schuhhof und von 13 bis 18 Uhr zum ausgiebigen Einkaufen ein. 

Und da ja die Weihnachtszeit naht, werden auch in den kommenden Wochen in vielen Städten die Läden am Sonntag geöffnet. Welche Städte bereits ihre verkaufsoffenen Sonntage angekündigt haben, sehen Sie hier. 

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