Implantierbare Herzpumpe sorgt für Patientensicherheit

18. November 2019
Umringt vom kardiologischen Team: Ralf Rohrbeck, hält in seiner Hand die Herzpumpe, die seine Herzfunktion unterstützt hat, während er sich von einem Herzinfarkt erholte. Foto: Helios
Helmstedt. Die Kardiologie der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt setzt ab sofort bei drohendem Herzversagen auf neuartige kleine Herzpumpen, die vorübergehend die Pumpleistung des Herzens unterstützen. Dies berichtet die Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt.

Die im Mai eingerichtete 24-Stunden-Herzkatheter-Rufbereitschaft mache die Einführung dieser kleinsten Herzpumpe der Welt jetzt möglich. „Bei Patienten mit schwerem Herzinfarkt und kardiogenem Schock ist das Herz nicht in der Lage, ausreichend viel Blut für die Versorgung lebenswichtiger Organe in den Körper zu pumpen. Unbehandelt kann dies zu einem Multiorganversagen und letztlich zum Tod führen“, erklärt Dr. Klaus-Werner Diederich, Chefarzt der interventionellen Kardiologie. Oftmals sei das Herz aber für den lebensrettenden Eingriff zu geschwächt und es gilt, die Zeit bis zur Wiedereröffnung der verschlossenen Herzkranzarterie sicher zu überbrücken. Hier komme in der Helmstedter Kardiologie jetzt die Impella-Herzpumpe zum Einsatz. Dabei handele es sich um eine künstliche Herzpumpe, die im Rahmen eines Kathetereingriffs durch die Schlagader der Leiste eingeführt und bis in die linke Herzkammer vorgeschoben werde. Dort unterstütze die kleine Pumpe die Herzfunktion, indem sie pro Minute zusätzlich bis zu 3,5 Liter Blut in den Körper pumpe. „So stellt sie die lebenswichtige Versorgung des Körpers mit sauerstoffreichem Blut sicher. Dies entlastet das Herz der Patienten, bis sich die Herzmuskelleistung wieder erholt hat“, benennt Dr. Martin Koval, Oberarzt der interventionellen Kardiologie, den Nutzen der Herzpumpe.

24-Stunden Herzkatheter-Rufbereitschaft ist Voraussetzung

Darüber hinaus könne die Herzpumpe im Rahmen von elektrophysiologischen Untersuchungen zur Anwendung kommen. „Bei Patienten, die lebensbedrohliche Rhythmusstörungen entwickeln, können wir unter Hinzunahme der Herzpumpe, sicher und ohne Zeitdruck die Rhythmusstörungen identifizieren und einer Ablationstherapie (Verödungstherapie) zuführen“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Obaida Rana, Chefarzt der Elektrophysiologie, die auf Herzrhythmusstörungen spezialisierte Abteilung.

Da die Herzpumpe mittels Kathetereingriff eingeführt werde, ist eine 24-Stunden-Herzktheter-Rufbereitschaft – die die Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt seit Mai vorhält – Voraussetzung, dass diese Pumpe überhaupt zur Anwendung kommen könne. Da sich in vielen größeren Kliniken die Impella-Pumpe schon bewährt hätten, freuen sich Dr. Diederich, Dr. Rana und das gesamte Team der Kardiologie über diese neue Behandlungsmöglichkeit für den vergleichsweise kleinen Standort Helmstedt.

Medienpartner

Anzeigen
Veranstaltungen
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: helmstedt@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-24