Havelland in Frauenhand – 140 Frauen besuchen Potsdam

11. Juni 2019
Das Potsdam-Team, bestehend aus Jeanette Toussaint, Claudia Löw, Brigitte Steck und Dörthe Kuhlmey auf dem Luisenplatz. Foto: Gemeinde Lehre
„Havelland in Frauenhand“ lautete das treffliche Motto, zu dem 140 Frauen aus Helmstedt und Lehre zu Besuch nach Potsdam fuhren. Über den Besuch berichtet die Gemeinde Lehre nun in einer Pressemitteilung.

Organisiert wurde die kulturelle Busfahrt von den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Helmstedt, Claudia Löw, und der Gemeinde Lehre, Brigitte Steck. „Aufgrund der großen Nachfrage sind wir mit drei Bussen in die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam gefahren“, so Claudia Löw, „wir freuen uns sehr, wenn eine kulturelle Fahrt so gut angenommen wird“. Brigitte Steck ergänzt: „Die schöne Stadt ist immer eine Fahrt wert und durch die Stadtführungen mit dem frauenspezifischen Fokus, gibt es viel Neues zu erkunden“.
Empfangen wurden sie vor Ort von der Stadtführerin Dörthe Kuhlmey, die mit „Havelland in Frauenhand“ eine historische Zeitreise zu den mutigen Frauen von Potsdam anbietet. Zusammen mit der zweiten Stadtführerin, der Soziologin Jeanette Toussaint ging es für die Besucherinnen aus Niedersachsen dann in zwei Gruppen geteilt auf Entdeckungsrunde.

Auf den Spuren bedeutender Persönlichkeiten

„Potsdam gehört zu den FrauenOrten. In Vorbereitung auf die EXPO2000 hat die Sachsen-Anhalt-Frauen-Initiativ-Runde (SAFIR) dieses Projekt ins Leben gerufen. FrauenOrte kennzeichnen die Wirkungsstätten besonderer Frauen der Stadt oder der Region. Mit Informationstafeln wird auf das Leben der mutigen Frauen hingewiesen, die die Gesellschaft aktiv und maßgeblich mitgestaltet haben. Mittlerweile gibt es FrauenOrte in Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen“, erklärt die Frauenbeauftragte des Potsdamer Kirchenkreises Kuhlmey. Die Frauen von Potsdam, das ist allen voran natürlich Königin Luise. Und so starteten die Stadtrundgänge am Luisenplatz, gleichwohl mit dem Hinweis, dass der Platz schon viele Gesichter hatte. Von der angelegten Parkanlage zu Ehren der Königin, zum Parkplatz in DDR-Zeiten und zum Demonstrationstreffpunkt vor der Wende. Heute wird der hell angelegte Platz vor dem Brandenburger Tor von einer einzigen Frau ehrenamtlich begrünt. Der Unverpackt-Laden gleich gegenüber ist ebenso eine aktuell bemerkenswert mutige Initiative einer einzelnen Unternehmerin in Potsdam.

Mutige und außergewöhnliche Frauen gab es in Potsdam einige. Doch es viele Frauen, die nicht so bekannt sind, dass es zu ihrer Erinnerung eine Texttafel gibt. „Es sind auch Potsdams unbekannte Frauen, die gesellschaftsprägend waren, aber selbst den Einheimischen nicht im Bewusstsein sind. Ich möchte in meinem Rundgang auch das Leben von Frauen vorstellen, die nicht durch ihren Mann bekannt waren, wie Constanze Storm, die Gattin von Theodor Storm“, so die zweite Stadtführerin und Ausstellungskuratorin Toussaint. Und so zeigte sie die ehemalige erste städtische Bürgerschule für Mädchen, die um 1900 um ein Lehrerinnen-Seminar erweitert wurde, wies auf den großen Arbeitgeber für Frauen, die Konservenfabrik hin und stellte die erste und einzige Polizeifürsorgerin von Potsdam vor.

100 Jahre Frauenwahlrecht

Natürlich führte der Weg auch vorbei am Eiscafé „Evas Sünde“. Dort hat eine Potsdamer Initiative zum 100. Jubiläumsjahr des Frauenstimmrechts ein „Frauenwahllokal“ eingerichtet. Bei Kaffee und Kuchen können sich Interessierte dort die von Jeanette Toussaint kuratierte Ausstellung über den langen Weg zum Wahlrecht und die ersten Politikerinnen der Region ansehen. Eine historische Anknüpfung bietet der Ort: Bereits zur Wahl der Nationalversammlung im Januar 1919, an der erstmals Frauen teilnehmen konnten, befand sich hier ein Wahllokal.

Nach einem Mittagsimbiss und vielleicht einem leckeren Stück Käsekuchen im holländischen Viertel der Stadt ging es dann am Abend, wieder vom Luisenplatz aus, zurück in den Landkreis Helmstedt.

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