Großkontrolle: Polizei im Kampf gegen die „Todesfalle Handy“

19. September 2018
Symbolfoto: pixabay
Wolfsburg. Am morgigen Donnerstag wird sich die Polizei in Wolfsburg und im Landkreis Helmstedt an der ersten bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion zum Thema "Ablenkung im Straßenverkehr" mit zahlreichen Kontrollen, beginnend ab 6 Uhr morgens, beteiligen.

„Durch die stetige Zunahme des Verkehrs auf unseren Straßen kann sich kein Verkehrsteilnehmer mehr erlauben, sekundenweise durch die Nutzung seines Handys abgelenkt zu sein“, so Wolfsburgs Polizeichef Olaf Gösmann. Ziel des länderübergreifenden Aktionstages ist die Sensibilisierung sowohl der motorisierten Fahrer als auch der Fahrradfahrer und Fußgänger. „Wir wollen das Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung steigern, da Verkehrssituationen immer komplexer werden, erläutert Gösmann das gezielte Vorgehen.

Etliche Tote und Verletzte

Bisher wurden in diesem Jahr bei Unfällen sechs Tote und 79 Schwerverletzte im Inspektionsbereich registriert. Bei einem Unfall in Süpplingenburg wurde am 25. April eine 68 Jahre alte Golf-Fahrerin schwer verletzt. Den Ermittlungen nach suchte die aus Schöningen stammende Fahrerin etwas in ihrer Tasche auf dem Beifahrersitz. Hierdurch abgelenkt steuerte sie auf der Helmstedter Straße im Bereich einer Baustelle an der Einmündung zur Barmker Straße nach links und kam von der Fahrbahn ab. Die 68-Jährige prallte gegen ein abgestelltes Baufahrzeug, eine sogenannte Tandemwalze. Am 21. Juni wurde auf der Brunsroder Straße zwischen Klein Brunsrode und Ehmen ein 27 Jahre alter Polo-Fahrer aus Wolfsburg bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Vor Ort räumte der ansprechbare Fahrer ein, dass er sein Mobiltelefon benutzt hatte und deswegen von der Straße abkam. Der 27-Jährige steuerte seinen Pkw gegen einen Straßenbaum.

Andreas Wagner als zuständiger Verkehrsexperte weiß, dass die Ablenkung von Unfallbeteiligten bei der Aufnahme von Verkehrsunfällen oft nicht einfach nachzuweisen ist. Daher vermutet der Hauptkommissar, dass die Dunkelziffer bei Verkehrsunfällen mit „ungeklärter Ursache“ deutlich höher liegen dürfte: „Wir nehmen uns mit diesem Aktionstag dem Thema „Ablenkung“ besonders an, weitere Kontrollen werden folgen und nachhaltig den Kontrolldruck erhöhen.“

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