Carola Reimann diskutiert über Initiativen gegen den Ärztemangel

11. Mai 2019
Von links: Andreas Busch, Dr. Marco Trips, Dr. Carola Reimann, Prof. Dr. Matthias Dombert. Foto: Gemeinde Lehre
Lehre. Die Niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann war am Donnerstag zu Gast beim Städte-und Gemeindebund in Lehre. Dort diskutierte sie in der Börnekenhalle über die Versorgung der ländlichen Gebiete mit Hausärzten. Dies teilt die Gemeinde Lehre mit.

„Ich freue mich sehr, dass die Konferenz und Carola Reimann der Einladung in die Börnekenhalle nach Lehre gefolgt ist“, freut sich Andreas Busch, Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde Lehre. „Die Versorgung der Fläche mit Hausärztinnen und Hausärzten ist in Niedersachsen unzureichend und Verbesserungen sind noch nicht in Sicht. Im Städte-und Gemeindebund setzen wir uns seit vielen Jahren dafür ein, die medizinische Versorgung auf dem Lande mit Hausärzten, Krankenhäusern und bei der Notfallmedizin zu verbessern. Wir brauchen vor allem eine massive Aufstockung der Studienplätze für Medizin, ein stärkeres Gewicht der Allgemeinmedizin in der Ausbildung von Nachwuchsmedizinerinnen und –medizinern sowie attraktive Rahmenbedingungen für die Ausübung des Berufes der Hausärztin oder des Hausarztes“, erklärte der Präsident des Niedersächsischen Städte-und Gemeindebundes, Dr. Marco Trips, anlässlich der Kreisvorstandskonferenz des Niedersächsischen Städte-und Gemeindebundes in der Gemeinde Lehre.

Es dürfe keine Versorgung 1. und 2. Klasse geben

Zu der Konferenz waren Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Ratsmitglieder aus allen Landesteilen zusammengekommen, um mit Sozialministerin Carola Reimann über Möglichkeiten zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung auch auf dem Land zu führen. „Wir hoffen, dass die Ministerin unsere Sorgen, aber auch die Vorschläge zur Lösung der Probleme mitnimmt. Wir brauchen eine nachhaltige Finanzierung. Es darf künftig keine medizinische Versorgung 1. Klasse in den Großstädten und eine 2. Klasse auf dem Land geben. Auch auf dem Land müssen Menschen behandelt, gerettet, versorgt und gepflegt werden. Wir helfen gern und bieten auch an, auf die Expertise unseres Arbeitskreises zur medizinischen Versorgung zurückzugreifen“, so Trips.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) würden sich die 355 unbesetzten Hausarztsitze vor allem in ländlichen Regionen befinden. Allgemein sei die Arztdichte in den Städten besser, mit Ausnahme von Wolfsburg. Verschärfend komme hinzu, dass die niedersächsischen Allgemeinmediziner im Schnitt 52 Jahre alt seien -in den kommenden Jahren gehen somit rund 1.000 Hausärzte in den Ruhestand. Aus der Ärztestatistik gehe zudem hervor, dass 15,6 Prozent der Hausärzte in Niedersachsen älter als 65 Jahre seien.

Hintergrund

In Niedersachsen würden bis 2030 rund 5.000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte von insgesamt 14.600 –also etwa ein Drittel –in den Ruhestand. Der Niedersächsische Städte und Gemeindebund (NSGB) ist der kommunale Spitzenverband der kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Samtgemeinden in Niedersachsen.
Der Verband spricht für über 400 kreisangehörige Städte, Gemeinden und Samtgemeinden in Niedersachsen. Ihr Gebiet umfasse 3/4 der Fläche Niedersachsens mit mehr als 3,4 Millionen Einwohnern. Über 15.000 von 22.000 gewählten Mandatsträgerinnen / Mandatsträgern repräsentieren die genannten Gebietskörperschaften.

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