Bekommt Buschhaus eine Wasserstoffanlage?

23. Oktober 2019 von
Gestern Kohle, morgen Wasserstoff? Was passiert mit Buschhaus? Foto: SPD Unterbezirk Helmstedt
Helmstedt. In einer Pressemitteilung vom 15. Oktober zeigten sich die Abgeordneten Jörn Domeier (SPD) und Falko Mohrs (SPD) erfreut über eine geplante Wasserstoffgewinnungsanlage, die EEW und Avacon gemeinsam planen würden. Eine Erklärung von EEW und Avacon lag dazu jedoch nicht vor. regionalheute.de hat nachgefragt.

Ein gutes Zeichen sei die Initiative von EEW und Avacon, so die Abgeordneten aus Land- bzw. Bundestag Domeier und Mohrs (beide SPD), gerade vor dem Hintergrund der Wasserstoffinitative, die Niedersachsen in den Bundesrat eingebracht hätte. Von einem starken Signal sprachen die beiden Abgeordneten. EEW und Avacon hatten sich bis dato jedoch noch nicht zu einem derartigen Projekt geäußert. Lediglich das Projekt „H2ellwach4“ war bis dahin von Avacon bekannt geworden, in dem der Energieversorger und Netzbetreiber ein sogenanntes Energiewendelabor im Helmstedter Revier einrichten wollte. Das Projekt, das zunächst maximal 10 MW an Strom erzeugen sollte, wurde jedoch nicht vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und damit auf Eis gelegt. Das neue Projekt soll laut SPD nicht nur 100 MW Strom erzeugen, es soll auch über eine Wasserstoffveredelungsanlage mit einer Produktionskapazität von 14.000 Tonnen Wasserstoff im Jahr und eine weitere Einrichtungen verfügen, die über die sogenannte „Power to Gas“, kurz P2G, hinaus umweltfreundliche Energie erzeugen können, so die SPD in der Pressemitteilung. Diese „Projektidee“ hätten EEW und Avacon gemeinsam den Landesministerien für Umwelt und Wirtschaft vorgelegt.

Skizze liegt bei Ministerien vor

Zunächst einmal: Das Projekt existiert. Die beteiligten Unternehmen, sowie das Wirtschaftsministerium, bestätigten gegenüber regionalheute.de, dass ein derartiges Projekt vorliege bzw. beschrieben worden sei. Jedenfalls eine sogenannte Projektskizze. Eine Projektskizze ist eine Art vorgeschaltete Erklärung des geplanten Projekts, die eingereicht wird, bevor überhaupt über einen Förderungsantrag nachgedacht wird. Laut Wirtschaftsministerium liegt diese seit dem 1. Oktober vor und werde entsprechend bearbeitet. Seitens des CDU-geführten Ministeriums beobachte man mit Wohlwollen, dass die beiden großen Unternehmen eine Koorperation in einer solchen Sache anstrebten. Das allein sei „ein gutes Signal für die vom Strukturwandel betroffene Region“. Man verfolge den Prozess und das Vorhaben mit Interesse, so die Pressestelle des Wirtschaftsministeriums.  Bislang läge jedoch nicht mehr als das 1,5 Seiten langes Schreiben der Partner vor, in dem das Vorhaben kurz erläutert und um „weiterführende Gespräche“ gebeten werde.

Zu früh um Zahlen zu nennen

Auch EEW und Avacon konnten auf Nachfrage von regionalheute.de das Vorhaben bestätigen. Genaueres, so die beiden Unternehmen, könnte man darüber noch nicht sagen. Es sei zu früh, um Zahlen zu nennen. Lediglich die angestrebten 100 MW aus der Energiegewinnung konnten bestätigt werden. Allerdings heißt es wörtlich in der gemeinsamen Antwort von EEW und Avacon auf eine entsprechende Anfrage: „Aufgrund der vorhandenen infrastrukturellen Gegebenheiten wäre ein solches Vorhaben auf eine Endausbaugrößenordnung von bis zu 100 Megawatt Elektrolyseleistung skalierbar.“ Weiterhin gäbe es Möglichkeiten durch die Abgase der Müllverbrennung umweltfreundlich Methanol in flüssigem bzw. Methan in gasförmigem Zustand herzustellen. Wie das ganze Projekt, ist vor allem letzteres noch wenig konkret. Ziel der Skizze sei es erst einmal in einen „gemeinsamen und zukunftsorientierten Dialog“ mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu treten, um die entsprechenden Vorgaben weiterzuentwickeln. Sollte die Skizze jedoch irgendwann in die Praxis umgesetzt werden, würden laut EEW und Avacon Investitionen und Arbeitsplätze in „sicherlich eine nennenswerte Größenordnung“ entstehen. Genaueres steht bislang noch nicht fest. Ob die Anlage also tatsächlich auf das Gelände des Reviers kommt, ist zu diesem Zeitpunkt also mindestens fraglich.

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