„Ausgezeichnet“ – Die Musikalischen Grundschulen in Lehre

5. November 2018
Der Eingangsbereich der Grundschule Lehre. Foto: Gemeinde Lehre
Lehre. Die Grundschulen der Gemeinde Lehre arbeiten mit ihren Schülern nach einem künstlerisch kreativen Ansatz. Insbesondere die Musik sei ein deutlicher Schwerpunkt der inhaltlichen Konzeption. So war die Grundschule Lehre von 2012 bis 2017 zertifizierte Musikalische Grundschule, berichtet die Gemeinde Lehre in einer Pressemitteilung.

Mit dem neuen Schuljahr 2018 hat nun die Grundschule Schunterschule in Flechtorf und Essenrode dieses Zertifikat erhalten. Ziel der Zertifizierung ist mehr Umgang mit Musik. Mehr Musik wird vermittelt von mehr Lehrkräften in mehr Fächern zu mehr Gelegenheiten. Diese 4 M`s gelten als der gemeinsame Wegweiser für Musikalischen Grundschulen.

Für die Auszeichnung als Musikalische Grundschule sind zwei Jahre Zertifizierungszeit notwendig. Danach dürfen sich die Schulen diese Bezeichnung für weitere drei Jahre führen. Das Projekt erstreckt sich also über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Für die Schunterschule ist dies der Zeitraum 2016 bis 2021. „Musik ist uns wichtig, daher sind wir gerne eine Musikalische Grundschule“, sagt der Schulleiter Frank Lange. Dafür hat die Schunterschule einige Aktionen entwickelt und durchgeführt. Nach einem Zertifizierungsplan waren bestimmte Praxisbausteine notwendig. „Bei uns wurde unter anderem die Kooperation mit dem Gemischten Chor Flechtorf weiter ausgebaut. Der Kinderchor des gemischten Chores ist unser Schulchor. In diesem Zug wurde das Programm „WimadiMu – Wir machen die Musik“ mit Karin Böhles wurde ausgeweitet. Wir entwickeln einen Liederkalender, mit einem jeweiligen Monatslied, führten das Liederfest „Klasse! Wir singen“ durch und veranstalteten ein Trommelprojekt in allen Klassen. Selbst im Kollegium gibt es musikalische Häppchen bei den Dienstbesprechungen“, erläutert Lange weiter.

Kooperation mit der Musikschule Wolfsburg

Das Trommelprojekt wurde in Kooperation mit der Musikschule Wolfsburg durchgeführt. Der aus dem Togo stammende Percussionist Comlan Edoh, Künstlername Tatai Tahiti, brachte zirka 45 Djemben unterschiedlicher Größe an die Schule mit und konnte damit zwei Klassen gleichzeitig unterrichten. Getrommelt wurde an insgesamt drei Tagen in Flechtorf und Essenrode. Die ganze Schule ist nun von einem Trommelfieber angesteckt.

„Wir zwingen niemand zur Musik, aber es soll den Kindern ermöglicht werden, aktiv musizierend oder auch aktiv zuhörend einen Zugang zu dieser kreativen Ausdrucksform zu bekommen. Dazu gehören CDs als auch Bewegungsspiele. Auch bei jedem Schulfest gehört hier ein musikalischer Beitrag einfach dazu“, erläutert Frank Lange.

Zusammenarbeit im Netzwerk Braunschweig

Ein großer Vorteil der Zertifizierung zur Musikalischen Grundschule sind die darin enthaltenen Fortbildungen durch das NLQ. Das „Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung“ unterstützt Bildungseinrichtungen bei der Erfüllung des Bildungsauftrags. Eine zertifizierte Musikalische Grundschule hat die Möglichkeit die projektführenden Lehrkräfte als Multiplikatoren ausbilden zu lassen, so dass die Nachhaltigkeit des Projektes gewährleistet werden kann. Diese Koordinatoren des Projektes arbeiten im Netzwerk Braunschweig zusammen und geben ihr Wissen und Können auch an ihre Kollegen in der Schule weiter. Bekommen alle Lehrkräfte ein Instrumentarium an die Hand, wie sie mit musikalischen Elementen zum Beispiel den Deutsch-, Mathe-, oder Sachunterricht bereichern können. Auch Schulkonferenzen gehen dann nicht mehr sang- und klanglos über die Bühne.

In Flechtorf sind Susanne Peters und Sabine Gehrke in einem Tandem als Musikkoordinatoren für das Musikprojekt verantwortlich. An der Grundschule Lehre waren (und sind) es die beiden Musiklehrerinnen Barbara Gal und Petra Sroweleit.

„Hab in der Zeit viel gelernt“

„Wir haben viel gelernt in der Zeit als zertifizierte Musikalische Grundschule, das führen wir kontinuierlich weiter“, erklärt Schulleiterin der Grundschule Lehre Sabine Spengler. „So waren wir beispielsweise im Mai dieses Jahres bei „Klasse! Wir singen“ in Braunschweig dabei. Erst kürzlich, vor den Herbstferien, hatten wir den jungen Nachwuchsgeiger Qingzhu Weng zu Gast. Der junge Chinese studiert an der Hochschule Hannover und war im Rahmen des Programms `Zu Gast im Klassenzimmer´ der Stiftung Niedersachsen bei unseren Zweitklässlern um das Instrument vorzustellen. Interessant ist auch der klassenübergreifende Musikunterricht, der zeitweise in verschiedenen Klassenstufen durchgeführt wird“, berichtet Spengler weiter.

Das gemeinsame Singen ist auch weiterhin großer Bestandteil in der Grundschule Lehre. Während der Adventszeit wird jeden Montag der große Adventskranz von der Decke des Pausenraumes auf Augenhöhe heruntergelassen und gesungen. 2017 gab es für den Schulchor zwei ganz besondere Auftritte. Die Kinder durften bei einem Gospel-Gottesdienst in Wolfsburg mitwirken und führten ein Luther-Musical in der Grundschule Lehre und in der evangelischen Kirche auf.
Zusätzliche Instrumente musste bislang an beiden Grundschulen der Gemeinde Lehre nicht angeschafft werden.

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