Angriff mit Schusswaffe auf Paar – Täter stellen sich Polizei

19. November 2019 von
Der Verdacht, dass eine scharfe Waffe im Spiel sein könnte, rief das SEK au den Plan. Symbolfoto: Alexander Panknin
Salzgitter / Braunschweig. Am 11. November hatte ein Großeinsatz der Polizei inklusive des Spezialeinsatzkommandos (SEK) in der Region für Aufsehen gesorgt. Zu den im Raum stehenden Delikten Bedrohung, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung gibt die Staatsanwaltschaft nun erste Details bekannt. Außerdem haben sich zwei der drei Beschuldigten am vergangenen Freitag der Polizei gestellt - entgegen erster Berichte konnte die Polizei vor Ort nur einen Täter festnehmen.

Die drei Beschuldigten sollen am 11. November in die Wohnung eines jungen Paares eingedrungen sein. Das Trio habe die beiden Opfer dort attackiert und den 20-jährigen männlichen Geschädigten mit einer Schusswaffe bedroht. Anschließend nahmen sie das 18-jährige Opfer mit nach Salzgitter. Das 20-jährige männliche Opfer blieb schwer verletzt zurück.

Das SEK konnte am Einsatztag lediglich die Schwester des weiblichen Opfers in einer Wohnung in Salzgitter in Gewahrsam nehmen. Die Beschuldigte saß seitdem in Untersuchungshaft und hat am heutigen Dienstag ihre Tatbeteiligung eingeräumt. Daraufhin wurde ihr Haftbefehl, so die Staatsanwaltschaft, gegen Abgabe des Passes außer Vollzug gesetzt.

Hatten die Täter eine scharfe Waffe?

Die genaue Art der bei der Tat beteiligten Schusswaffe liegt für die Ermittler nach wie vor im Dunkeln: „Hierbei soll es sich um eine Schreckschusswaffe gehandelt haben, die bislang allerdings noch nicht sichergestellt werden konnte“, erklärt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Vermutung, dass es sich dabei um eine Waffe mit scharfer Munition handeln könnte, führte zur Großfahndung und zum Einsatz des SEK. 

Beteiligt am Geschehen waren insgesamt drei Täter und zwei Geschädigte. Bei den Tätern handele es sich laut der Staatsanwaltschaft um den Bruder und die Schwester des weiblichen Opfers, sowie einen unverwandten Freund des Bruders. Eine missbilligende Haltung der Täter zur romantischen Beziehung der beiden Opfer scheinen als Motiv wahrscheinlich: „Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen der Tat und auch zu deren Ablauf dauern noch an. Es handelt sich vermutlich um eine Familienstreitigkeit, bei der die Beziehung der beiden Opfer eine wesentliche Rolle gespielt haben dürfte“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber regionalHeute.de

Tatvorwurf der Entführung wurde fallen gelassen

Eine „Entführung“ im eigentlichen Sinne liegt nach derzeitigem Stand wohl nicht vor. Es bleibt insoweit aber noch abschließend zu klären, weshalb sich das weibliche Opfer letztlich gemeinsam mit seinen Familienangehörigen nach Salzgitter begeben hat.

Aussagen lieferten Anhaltspunkte für Haftbefehl

Der ebenfalls beteiligte Bruder des weiblichen Opfers war der Polizei am Tag des Vorfalls zwar bekannt, jedoch wurde bis zur Erteilung eines Haftbefehls gegen alle drei Beschuldigten durch die Staatsanwaltschaft keine Fahndung wegen dringenden Tatverdachts eingeleitet.

Erst die Aussagen der in U-Haft befindlichen Schwester und der beiden Opfer hatten die entscheidenden Anhaltspunkte für einen Haftbefehl geliefert. Hierdurch habe man auch die Identität eines Freundes des Bruders klären können, welcher für das SEK in Salzgitter ebenfalls nicht greifbar gewesen ist. Dadurch, dass sich die beiden nun der Polizei gestellt haben, sind sie einer Fahndung zuvorgekommen. Beide haben die ihnen vorgeworfenen Taten gegenüber der Haftrichterin vollumfänglich eingeräumt. Daraufhin wurden die Haftbefehle gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Unter anderem müssen sich die Beschuldigten von den beiden Opfern fernhalten, wobei diese ohnehin weiterhin durch die Polizei betreut werden, um weitere Übergriffe schon grundsätzlich auszuschließen.

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