Vortrags- und Diskussionsveranstaltung „Halbstarke in der DDR“

19. April 2017
Mit dem Phänomen der „Halbstarken“ befasst sich die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Foto: Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn
Marienborn. Das popkulturelle Phänomen der „Halbstarken“ im geteilten Deutschland ist Gegenstand einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am morgigen Donnerstag, 20. April, um 17 Uhr in der Gedenkstätte der Deutschen Teilung.

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Die so bezeichneten jungen Leute – in der DDR als „Rowdys“ diffamiert – gelten als erste amerikanisierte Jugendkultur in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Sie orientierten sich in Kleidung und Habitus an Filmschauspielern wie James Dean und Marlon Brando sowie den RockʼnʼRoll-Ikonen Elvis Presley und Bill Haley. Auch junge Menschen in der DDR waren von diesen Idolen begeistert. Die SED sah in der „amerikanischen Unkultur“ jedoch ein „Störfeuer des Klassenfeindes“. Sie kriminalisierte die „Halbstarken“ und ließ sie von Volkspolizei und Staatssicherheit verfolgen.

Die Historikerin Dr. Wiebke Janssen, Leiterin des vom Bürgerkomitee Magdeburg getragenen Dokumentationszentrums am Moritzplatz, beleuchtet in einem Vortrag die Erscheinungsformen dieser Subkultur in Ost und West sowie die Bestrebungen der DDR-Führung, dem westlichen Einfluss eine eigene Jugendkultur entgegen zu setzen.

Diskussion mit Zeitzeugen

Im Anschluss findet ein moderiertes Gespräch mit der Wissenschaftlerin und dem Zeitzeugen Erich Lessny statt. Der ehemalige Lehrer, Musiker und „Schallplattenunterhalter“ entdeckte Mitte der 1950er Jahre Elvis Presley für sich. Er schildert die Gratwanderung zwischen musikalischen Vorlieben, staatlichen Vorgaben und politischen Repressionen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und dem Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg.

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