Umweltschützer untersuchen Brunnenwasser

10. August 2017
Harald Gülzow im Labormobil beim Analysieren einer Brunnenwasserprobe. Fotos: VSR Gewässerschutz
Königslutter. Das Labormobil des VSR - Gewässerschutzes untersucht in Königslutter das Brunnenwasser. Erforscht werden sollen die Nitratbelastung und die damit einhergehenden Risiken für die Bevölkerung.

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Bei sommerlichen Temperaturen steigt der Wasserverbrauch wieder an. Kinder wollen planschen und das selbst angebaute Gemüse sowie die Blumen müssen täglich bewässert werden. „Leitungswasser ist kostbar – es ist sinnvoll damit sparsam umzugehen und im Garten das Wasser aus dem eigenen Brunnen zu verwenden.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Doch leider verschmutzen Nitrate und Pestizide das Grundwasser unserer landwirtschaftlich intensiv genutzten Region. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser geraten.

Ob das selbst geförderte Wasser für das Befüllen des Planschbeckens, Gießen, als Tränkwasser für Tiere oder sogar zum Trinken geeignet ist, kann man am Labormobil der Gewässerschutzorganisation erfahren. Es hält am Mittwoch, den 16. August auf dem Marktplatz in Königslutter am Elm. Wasserproben nehmen die Umweltschützer von 15 bis 17 Uhr am Labormobil entgegen. Die Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf Euro vor Ort durchgeführt, so dass der Bürger schon gegen Ende der Aktion sein Ergebnis wieder abholen kann. Brunnenbesitzer, die ihr Brunnenwasser auch auf weitere Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien gegen Kostenbeteiligung untersuchen lassen möchten, bekommen das Ergebnis mit einer Bewertung per Post zugesandt.

Harald Gülzow beim Arbeiten im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz.

Doch keiner wird mit seinen Messwerten allein gelassen. Das Team vom VSR-Gewässerschutz berät, sobald die entsprechenden Messergebnisse vorliegen, ob das Wasser zum Gießen, zum Befüllen des Planschbeckens, zum Waschen oder sogar zum Trinken geeignet ist. Außerdem beantwortet Dipl.-Phys. Harald Gülzow, der Experte zum Thema Brunnenwasserqualität, immer Freitags zwischen 9 und 12 Uhr Fragen unter der Rufnummer 02831 9763342. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind sollen zur Probenahme und Transport Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei 0,5 Liter Flaschen aus Kunststoff, die bis zum Rand gefüllt werden.

Das Team vom VSR-Gewässerschutz bietet am Mobil neben den allgemeinen Informationen zu Belastungen und deren Ursachen auch eine individuelle Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer an, um eine Belastung und deren Ursache zu besprechen.

Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite Öffentlichkeit einbeziehen. „Bürger, die Brunnenwasser nutzen, haben das gleiche Ziel wie der VSR-Gewässerschutz: Das Grundwasser soll möglichst unbelastet sein.“ so Susanne Bareiß-Gülzow. So tragen wir gemeinsam dazu bei, dass die Wasserqualität des Grundwassers auch außerhalb von den Wasserschutzgebieten verbessert wird. Dem VSR-Gewässerschutz ist es wichtig, dass die Bürger die Belastung des Grundwassers kennen. Die Ergebnisse werden deshalb regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlicher erkennen zu können. Diese können auf der Homepage der Gewässerschützer (www.VSR-Gewässerschutz.de) eingesehen werden.

Nitrate im Grundwasser

Harald Gülzow bei der Arbeit im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz.

Nitrat ist ein Bestandteil von Dünger in der Landwirtschaft. Bei den von den Landwirten und Gartenbaubetrieben aufgebrachten Gülle, Gärreste und Mineraldünger besteht jedoch immer die Gefahr, dass Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen werden. Aufgrund dessen kommt es häufig zur Nitratbelastung des Brunnenwassers. Bei höheren Nitratkonzentrationen ist das Wasser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zum Trinken geeignet. Auch die Verwendung im Garten zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs ist eingeschränkt. Beim Gießen ist es wichtig die Nitratkonzentration zu kennen. Eine unnötige Nitratanreicherung im Gemüse kann man verhindern, indem die Nährstoffe aus dem Gießwasser bei der Düngung angerechnet werden.

Hinweis auf guten Nitratabbau

Höhere Eisenkonzentrationen stören bei der Nutzung des Brunnenwassers. Sie weisen bei gleichzeitigen Vorkommen von geringen Nitratkonzentrationen aber auch auf einen guten Nitratabbau im Grundwasser hin. In vielen Gegenden kommt im Untergrund Pyrit, eine Eisen-Schwefel-Verbindung vor. Bakterien können diese Verbindung nutzen um Nitrat abzubauen. Es entsteht Stickstoff, Eisen und Sulfat. Somit führt ein starker Nitrateintrag in diesen Gebieten zu hohen Eisenkonzentrationen.

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