TASSO zum Welttierschutztag: Tierschutz in Koalitionsvertrag

30. September 2017
TASSO fordert die zukünftigen Regierungsparteien auf, bei ihren Koalitionsverhandlungen den Tierschutz in angemessener Weise zu berücksichtigen. Foto: Dr. Helmut Stadtfeld
Region. Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober fordert die Tierschutzorganisation TASSO e.V. die zukünftigen Regierungsparteien auf, bei ihren Koalitionsverhandlungen den Tierschutz in angemessener Weise zu berücksichtigen.

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„Deutschland nimmt beim Tierschutz schon lange keine Vorreiterrolle mehr ein“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. „Täglich werden in unserem Land Millionen Tiere systematisch gequält, ausgebeutet und getötet, obwohl der Tierschutz vor 15 Jahren als Staatsziel in unserer Verfassung verankert wurde. Gerade im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind unhaltbare, tierschutzwidrige Zustände längst die Regel und nicht die Ausnahme“.

In einem Rechtsgutachten wurde erst kürzlich festgestellt, dass die konventionelle Mastschweinehaltung in Deutschland rechts- und verfassungswidrig ist. Auch der grausamen Praxis des millionenfachen Kükenschredderns wurde immer noch kein Ende gesetzt. „Wir brauchen endlich eine grundlegende Agrarwende mit einer Abkehr von der agrarindustriellen Massentierhaltung. Dazu bedarf es in einem ersten Schritt der Aufnahme aller landwirtschaftlich genutzten Tierarten in die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung“, fordert Mike Ruckelshaus.

Darüber hinaus erwartet TASSO von der nächsten Bundesregierung eine umfassende Novellierung des Tierschutzgesetzes, die sich am Wohl der Tiere orientiert, einen konkreten Ausstiegsplan aus der tierexperimentellen Forschung nach dem Vorbild der Niederlande sowie die rasche Umsetzung der Bundesratsbeschlüsse zum Verbot der Anbindehaltung von Rindern und zum Haltungsverbot für bestimmte Wildtierarten im Zirkus. „Der künftige Koalitionsvertrag muss ein klares politisches Bekenntnis zum Staatsziel Tierschutz beinhalten und ein unmissverständliches Signal ausstrahlen, das den Wandel in unserem Umgang mit dem Mitgeschöpf Tier bekräftigt“, so Mike Ruckelshaus abschließend.

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