Lappwald: Zoll entdeckt 199 Stangen tiefgefrorene Zigaretten

15. März 2017
199 Stangen Zigaretten fand der Zoll in einem polnischen Lastwagen. Foto: Polizei
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Helmstedt/Braunschweig. Viele Waren des täglichen Bedarfs tragen die Aufschrift "kühl lagern". Für Zigaretten gilt das eigentlich nicht. Umso erstaunlicher war ein Fund des Zolls am 14. März auf dem Rastplatz Lappwald.

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Die Beamten des Hauptzollamtes Braunschweig kontrollierten einen polnischen Lastwagen mit Kühlauflieger auf dem Weg nach Belgien. Hintergrund der Kontrolle war jedoch ausnahmsweise nicht die Ladung des Fahrzeuges: „Eigentlich wollten wir den Antrieb des Kühlaggregates untersuchen“, sagte Zollamtmann Hennig Haarnagel von der Kontrolleinheit Verkehrswege. Die Art der Kühlung war allerdings nicht zu beanstanden. Die gekühlte Ware hingegen sehr wohl. Denn außer tiefgefrorenen Himbeeren war der Lastwagen mit 15 Ballen geschmuggelter Zigaretten beladen.

Eine Stange für unterwegs

Die Ballen waren teilweise mit Klebenotizen versehen, die vielleicht Rückschlüsse auf die Drahtzieher oder Empfänger des Transportes ermöglichen. Der Fahrer selbst wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Insgesamt enthielten die Ballen 199 Stangen (179.800 Stück) Zigaretten verschiedener Marken mit ukrainischen, weißrussischen oder ganz ohne Steuerbanderolen. Zu der ungewöhnlichen Zahl der Zigaretten erzählte Hennig Haarnagel: „Wir haben uns auch etwas gewundert, aber der Fahrer meinte, er habe eine Stange Zigaretten schon unterwegs geraucht“. Doch selbst dem stärksten Raucher würde niemand glauben, 200 Stangen Zigaretten „als Proviant“ zu transportieren. Viel eher lassen die Menge der geschmuggelten Zigaretten und ihre Aufteilung ingroße Pakete an organisierte Kriminalität denken. Der Steuerschaden beläuft allein bei der Tabaksteuer auf 28.425,52 EUR. Daher hat nun auch das Zollfahndungsamt Hannover die Ermittlungen in dieser Sache übernommen.

Hintergrundinformation Heizölverdieselung

Der ursprüngliche Grund für die Kontrolle war die Bekämpfung der sogenannten „Heizölverdieselung“. Zwar ist diese Form der Steuerhinterziehung weniger bekannt als etwa der Zigarettenschmuggel, jedoch kommt es immer wieder vor, dass Fahrzeuge oder ihre Zusatzmotoren (etwa für die Kühlung der Ladefläche) verbotenerweise mit steuerbegünstigtem Heizöl betrieben werden. Dieser Art der Steuerhinterziehung versucht die Zollverwaltung entgegenzuwirken, damit rechtschaffende Spediteure nicht durch Steuerhinterzieher vom Markt verdrängt werden. Schließlich beträgt die Energiesteuer für einen Liter Dieselkraftstoff etwa 0,49, für Heizöl hingegen nur 0,06 Euro, obwohl beide Stoffe chemisch nahezu identisch sind.

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