Landwirte kritisieren unzureichende Gewässerpflege

7. August 2017 von
Beim Hochwasser sind viele Felder überflutet worden. Kritik gibt es von den Landwirten auch an der Gewässerpflege. Foto: Anke Donner
Region. Während des Hochwassers kritisierten etliche Landwirte, dass bestellte Felder überfluteten, weil insbesondere Flüsse und Gräben unzureichend gepflegt seien. So würden vermeidbare Überschwemmungen eintreten. Jürgen Hirschfeld und Manfred Walkemeyer vom Landvolk Braunschweiger Land, erklären auf Nachfrage von regionalHeute.de, wo das Problem liegt.

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Fassungslos und machtlos standen viele Landwirte während des Hochwassers vor ihren überfluteten Feldern. Reifer Weizen und zarte Rübenpflanzen wurden teilweise von den Wassermassen überschwemmt. Nicht nur das viele Regenwasser war das Problem – sondern Flüsse, die über die Flussbetten traten, weil Unrat, Gräser und Pflanzen den Durchfluss erschwerten. Hier müsse mehr Gewässerpflege betrieben werden. Die Ufer sollten von hohen Gräsern befreit und regelmäßig gemäht werden, wurden Stimmen laut. 

Doch bei der Pflege der Gewässer gelten hohe Auflagen. Es sei genauestens festgelegt, wann welche Bereiche gemäht werden dürfen. So dürften Gewässerränder nur einseitig gemäht werden und das auch nur zu bestimmten Zeiten. Der Pflanzenwuchs an den Ufern mache Sorgen, erklärt Manfred Walkemeyer. „Hier geht der Naturschutz über den Kulturschutz“, so Walkemeyer. 

Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten ganze Felder.

Gemeinsames Konzept muss her

Und auch Jürgen Hirschfeld, Landvolk Bezirks-Sprecher Braunschweig/Gifhorn, sieht einen der Gründe für die Überflutungen in der mangelnden Gewässerpflege. „Eins der größten Probleme ist der Unrat, Heckenschnitt, Biokompost und Müll in den Gräben. Verstopfte Durchflüsse führen zu hohen Schäden an Wegen und bringen Wasser in die Gebäude. Mit den Landkreisen und Naturschutzverbänden müssen wir als Feldmarkintressentschaften Pflegekonzepte für die Wegeränder und Gräben erarbeiten. Wenn wir einen Graben aushäckseln stehen wir schon in der Kritik oder gleich in der Zeitung. Im Landkreis Goslar will die Landwirtschaft mit den Naturschutzverbänden solch ein Konzept erarbeiten. Die untere Naturschutzbehörde und die untere Wasserbehörde müssen mit an den Tisch. So wie in den letzten Jahren – nur nichts vor dem 15. Juli an Aufwuchs beseitigen – geht es sicher nicht weiter und führt zu den oben aufgeführten Schäden. Die Folgekosten für die Landwirte an der Infrastruktur ihrer Feldmarken liegen in einem höheren sechsstelligen Betrag. Diese Kosten müssen ohne Unterstützung selbst aufgebracht werden“, so Hirschfeld. 

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