Landkreis Helmstedt: Internet mit Hochgeschwindigkeit kommt

17. Juli 2017
In Kürze werden die Adressen bekanntgegeben, die von dem Ausbau profitieren werden. Symbolfoto: Alexander Panknin
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Helmstedt. Wie das Bundesverkehrsministerium am vergangenen Freitag mitteilte, soll der Förderbescheid zum Breitbandausbau am 27. Juli in Berlin übergeben werden. Damit können Glasfaseranschlüsse für 5.000 bisher unterversorgte Haushalte im Landkreis Helmstedt realisiert werden.

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„Schnelles Internet ist ein sehr wichtiger Standortfaktor für unsere Einwohnerinnen und Einwohner, aber auch für die ansässigen und ansiedlungswilligen Unternehmen“, freut sich Landrat Gerhard Radeck. „Mit der Glasfasertechnik sind wir ganz vorn dabei und für die Zukunft gut gerüstet.“ Als Baubeginn ist das Frühjahr 2018 geplant.

Breitbandausbau, eines der wichtigsten Themen des Landrates

Seit Jahren arbeitet der Landkreis Helmstedt daran, die Versorgung mit schnellem Internet auf das gesamte Kreisgebiet auszudehnen. Obwohl durch die Investitionen privater Anbieter gerade in den städtischen Bereichen große Verbesserungen erreicht worden sind, haben kleine Orte mit wenigen Einwohnern oft das Nachsehen. Hier darf nach den Bestimmungen des Bundes nun der Landkreis mit der Schaffung eines eigenen Netzes einspringen, das nach genauen Regeln durch einen Pächter betrieben werden wird. Dieses Verfahren ist durch die Richtlinie zur Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland genau festgelegt. „Das Projekt hat auf meiner Entwicklungsagenda einen ersten Rang. Breitband, Barmke und Buschhaus ist das für mich wichtigste Entwicklungsdreieck für die kommenden Jahre im Landkreis Helmstedt!“, so Radeck.

Brandbeiten von 1.000 Megabit pro Sekunde und mehr

Entstehen soll ein so genanntes FTTB-Netz (Fibre-to-the-building) – das bedeutet ein eigenes Glasfaserkabel für jedes Gebäude in den unterversorgten Gebieten. Damit wird das so genannte Gigabit-Netz Wirklichkeit, das Bandbreiten von 1.000 Mbit/s und mehr möglich macht. Zum Vergleich: Die aktuellen Vectoring-Verfahren, die derzeit das technische Maximum herkömmlicher Kupfertechnik darstellen, ermöglichen derzeit Bandbreiten von etwa einem Zehntel dieses Wertes, maximal ein Viertel in einigen Gebieten. Die Glasfasertechnik im Hausanschluss ist daher nach einhelliger Meinung der Experten die Technik der Zukunft, die Grundlage für anspruchsvolle Anwendungen wie Telemedizin, hochauflösendes 4-K-Fernsehen oder E-Learning werden könnte.

„Die Etablierung und Einrichtung der Glasfasertechnologie stellt das wichtigste und größte Technologieprojekt für die nächsten Jahre im Landkreis Helmstedt dar. Und es ist eines der bedeutendsten und weitreichendsten Infrastrukturprojekte im Landkreis Helmstedt, das jemals verwirklicht wurde“, erklärt Jörg Pohl, Referatsleiter Wirtschaftsförderung beim Landkreis Helmstedt.

Ausbaugebiet wird demnächst bekannt gegeben

Welche Adressen genau im Ausbaugebiet liegen, ist im Rahmen eines vom Bund genau vorgegebenen Verfahrens festgelegt worden, dem so genannten Markterkundungsverfahren, das bereits im August letzten Jahres durchgeführt wurde. Die Ergebnisse werden in Kürze auf einer neuen Internetseite für das Projekt ersichtlich sein, die derzeit noch erstellt wird. Telefonische Anfragen sind aber bereits jetzt möglich unter der Telefonnummer 05351 121 1441. Insgesamt handelt es sich um knapp 5.000 Adressen, die bebaut werden dürfen.

Da die immensen Kosten dieses Projekts für den Kreis alleine nicht zu stemmen sind, wurde bereits Ende Februar ein entsprechender Förderantrag gestellt, der nun vom Bundesverkehrsministerium genehmigt wurde. Damit steht fest, dass der Landkreis Helmstedt zur Durchführung dieses ehrgeizigen Projektes einen Bundeszuschuss von bis zu 15 Millionen Euro erhalten wird. Weitere Fördermittel des Landes Niedersachsen werden dazukommen, so dass der Eigenanteil des Landkreises bei einem einstelligen Millionenbetrag liegen wird, der nach der aktuellen Planung zum größten Teil aus den zu erwartenden Pachteinnahmen erwirtschaftet werden soll.

Baubeginn Frühling 2018

Der erste Spatenstich wird frühestens im Frühling 2018 erfolgen können, da zunächst aufwendige Ausschreibungen für Bauplaner und Tiefbauunternehmen erfolgen müssen. Wann die ersten Haushalte mit ihren eigenen Glasfaseranschlüssen rechnen können, wird die Bauplanung im Laufe des Jahres ermitteln. Für die Hausbesitzer in den Ausbaugebieten besonders interessant: Wer bereits in der Planungsphase einen Anschluss bestellt, bekommt die Kosten für den Hausanschluss geschenkt.

„Ohne die engagierte Arbeit unseres kleinen, aber schlagkräftigen Teams Wirtschaftsförderung wäre ein Erfolg in diesem höchst komplexen Antragsverfahren nicht denkbar gewesen“, lobt Landrat Radeck abschließend.

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