Glyphosat-Zulassung – Was sagt Wolfsburgs Politik?

10. November 2017 von
Glyphosat ist das am häufigsten eingesetzte Pflanzenschutzmittel weltweit. Symbolfoto: Alexander Panknin
Wolfsburg. Ob die Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat verlängert wird, befindet sich noch immer in der Schwebe. In der zuständigen Fachkommission in Brüssel kam es erneut zu keiner Entscheidung, die nun durch eine Vermittlungskommission herbeigeführt werden soll. regionalHeute.de bat nun Vertreter der Wolfsburger Politik um eine Stellungnahme.

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Die Zulassung des vielkritisierten Unkrautvernichters, der weltweit äußerst effektiv auf alle grünen Pflanzen wirkt und im Verdacht steht, krebserregend zu sein, läuft bis zum 15. Dezember dieses Jahres. Die Frage, ob die Zulassung nun einfach ausläuft oder um fünf Jahre verlängert wird, beschäftigt die EU-Kommission nun schon seit geraumer Zeit. Doch Einigkeit konnte bislang nicht erzielt werden, weil keine klaren Mehrheiten erzielt wurden. Grund genug, der Wolfsburger Politik auf den Zahn zu fühlen.

Selbstverständlich fragten wir alle regionalen Landtags- und Bundestagsabgeordneten an, doch liegen bislang noch nicht alle Statements vor. Wir fragten: „Wie stehen Sie dazu, dass die Entscheidung erneut vertagt wurde? Welche Entscheidung würden Sie bevorzugen?“

Immacolata Glosemeyer, SPD-Landtagsabgeordnete

Foto: SPD

„Ich sehe die Verschiebung kritisch. Die Entscheidung wurde schon einmal verschoben und das Thema berührt viele Menschen. Es sollte jetzt eine Entscheidung getroffen werden. Ich weiß, dass das Glyphosat in diversen Lebensmitteln nachgewiesen wurde und sich durch deren Verzehr auch in der Muttermilch wiederfindet. Ich halte es für gefährlich, dass gerade die Kleinsten damit in Berührung kommen. Aber auch andere Lebewesen können erheblichen Schaden nehmen. Besonders Bienen, aber auch Schmetterlinge sterben durch das Glyphosat. Ohne Insekten gerät das Gleichgewicht unserer Umwelt aus den Fugen – das muss uns bewusst sein. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass wir als Verbraucher auch einen Beitrag leisten können, indem wir bewusster einkaufen. Das sollte uns aber unsere Gesundheit und die Umwelt wert sein.“

Falko Mohrs, SPD-Bundestagsabgeordneter

Foto: SPD

„Bedauerlicherweise konnten sich die EU-Staaten nicht darauf einigen, die Zulassung für den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat im Dezember auslaufen zu lassen. Ich halte es für unbefriedigend, dass die Zukunft von Glyphosat in Europa weiter offen bleibt und es nun ein Vermittlungsverfahren geben wird. Für mich steht fest: Wir sollten das Ende von Glyphosat schnell einläuten. Glyphosat ist kein Pflanzenschutzmittel unter vielen. Es ist das am häufigsten eingesetzte Pflanzenschutzmittel überhaupt. Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Ich halte es für erschreckend, dass sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt für eine Verlängerung der Genehmigung ausspricht. Natürlich dürfen wir auch die örtlichen Landwirte nicht im Stich lassen, aber Glyphosat weiterhin zu erlauben, löst sicherlich nicht die bestehenden Probleme in der Landwirtschaft. Nur gut, dass Bundesministerin Barbara Hendricks (SPD) im Umweltministerium Glyphosat auch auf EU-Ebene weiter verhindern will.“

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