Erster Elektrobus im Stadtgebiet im Einsatz

7. Februar 2017 von
Am Dienstag wurde der erste Elektrobus für die Stadt Wolfenbüttel in den Dienst gestellt. Fotos/Video: Anke Donner
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Wolfenbüttel. Erstmals gehören Busse mit schadstofffreiem Antrieb zum Fuhrpark der KVG. Diese wurden am heutigen Dienstag auf dem Stadtmarkt Wolfenbüttel offiziell in Dienst gestellt.

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Die vom Land geförderten Elektrofahrzeuge nahm Ministerialdirigent Dr. Christoph Wilk, vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Abteilungsleiter Verkehr, persönlich in Augenschein. Mit ihm ließen sich weitere Vertreter aus Politik und Gremien die neue Antriebstechnik erläutern. Zudem nutzten sie die Möglichkeit zu einer Testfahrt durch das Stadtgebiet Wolfenbüttel. Von den drei beschafften Elektrobussen des Herstellers Sileo aus Salzgitter setzt die KVG je ein Fahrzeug im Linienbetrieb des Stadtverkehrs Wolfenbüttel, Salzgitter und Helmstedt ein. Deren garantierte Reichweite pro Batterieladung beträgt mehr als 200 Kilometer.

Förderung durch Landesmittel

Ministerialdirigent Dr. Christoph Wilk.

Dr. Christoph Wilk lobte die Beschaffung von Elektrofahrzeugen durch die KVG als wichtigen Schritt in die Zukunft: „Elektromobilität ist ein hochaktuelles Thema, weshalb die Landesregierung die Anschaffung von Linienbussen mit alternativen Antriebsformen sehr gerne fördert. Dadurch macht der ÖPNV Elektromobilität für einen großen Teil der Bevölkerung erlebbar. Die Erfahrungen aus dem täglichen Betrieb der KVG-Elektrobusse werden zusätzliche Impulse für die Weiterentwicklung der Technik setzen. Ich freue mich, dass ein niedersächsischer Fahrzeughersteller als Gewinner der Ausschreibung für die Busse hervorgegangen ist. Dies stärkt die Innovationskraft des Mobilitätsstandortes Niedersachen.“ Die KVG erhält durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) für die Anschaffung der drei Elektrobusse eine Förderung in Höhe von rund 40 Prozent der Beschaffungskosten.

Der gegenüber Dieselbussen deutlich reduzierte Lärm macht sich bei Fahrgästen, Anwohnern und Passanten gleichermaßen bemerkbar. Die KVG-Elektrobusse fahren ohne den Ausstoß von Schadstoffen wie CO2, Feinstaub, Schwefeldioxid oder Stickoxid und sind somit emissionsfrei. Sie werden mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien des jeweiligen lokalen Energieversorgers geladen in der Lessingstadt mit dem der Stadtwerke Wolfenbüttel. Bürgermeister Thomas Pink begrüßt den Einsatz eines Elektrobusses: „Die Stadt Wolfenbüttel bietet ihren Bewohnern eine hohe Lebensqualität. Dazu trägt auch das gute städtische ÖPNV-Angebot bei. Zusätzlich wird die elektrische Antriebsart durch weniger Lärm und Schadstoffe die Aufenthaltsqualität aller Bürger der Stadt weiter verbessern. Die Stadt Wolfenbüttel setzt als Gesellschafter der KVG mit Ihrem Votum für den Elektrobus auch ein klares Bekenntnis zum städtischen Klimaschutz.“

W-Lan und Ladestation inklusive

Hennig Brandes (ZGB), KVG-Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Stratmann, Stadwerkegeschäftsführer Matthias Tramp, Bürgermeister Thomas Pink, KVG-Geschäftsführer Axel Gierga und Ministerialdirigent Dr. Christoph Wilk. 

Der von der KVG in Wolfenbüttel eingesetzte Elektrobus des Typs Sileo S12 verfügt über 30 Sitz- und 59 Stehplätze. Das Batteriesystem verfügt über eine Kapazität von 230 Kilowattstunden. Diese wird in 340 Batteriezellen der Lithium-Eisenphosphatbatterie gespeichert. Die Motorleistung beträgt 240 kW. Diese stellen zwei Elektromotoren mit jeweils 120 kW zur Verfügung, welche die Hinterradachse antreiben. Beim Abbremsen der Busse werden rund 75 Prozent der Bewegungsenergie in die Batterien zurückgespeist. Diese sogenannte Rekuperationsrate realisiert im Zusammenwirken mit dem Batteriesystem die hohe Reichweite pro Batterieladung. Die Hochvoltaggregate sind aufprallgeschützt auf dem Dach untergebracht. Daher präsentieren sich die Busse niederflurig und barrierefrei. Sie sind zudem mit Klimaanlagen ausgestattet. Die neuen Fahrzeuge haben als sogenannte Zukunftsbusse weitere Extras für die Fahrgäste an Bord: Erstmals erhalten die Mitfahrenden auf einem TFT-Monitor Informationen zum aktuellen Fahrtverlauf samt Echtzeitinformationen. In den Bussen bietet kostenloses WLAN den Fahrgästen einen Zugang zum Internet. An einigen Sitzplätzen sind USB-Anschlüsse zum Laden von mobilen Endgeräten verfügbar. WLAN und USB-Lademöglichkeiten wird es vorerst nur in den Elektrobussen geben. Die KVG beobachtet deren Akzeptanz sorgfältig und entscheidet dann über eine weitere Ausweitung des Angebotes.

Für den KVG-Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Stratmann war es bereits die zweite Testfahrt mit einem der neuen Elektrobusse: „Die KVG wird zeigen, wie alltagstauglich Elektromobilität im Linienverkehr bereits ist. Der ÖPNV hat somit Vorbildcharakter und wird die Akzeptanz für das umweltverträgliche Antriebskonzept insgesamt verbessern. Ich empfehle jedem Bürger sich selbst ein Bild vom gänzlich neuen Fahrgefühl zu machen“, erläuterte er aufgrund seiner ersten Erfahrungen.

Umweltbewusstes Fahren ab der kommenden Woche

Ab der kommenden Woche soll der E-Bus auf verschiedenen Linien eingesetzt werden.

Für KVG-Geschäftsführer Axel Gierga ist es jetzt an der Zeit Elektromobilität zu testen: „Nach einer 107-jährigen vom Dieselmotor geprägten Unternehmensgeschichte ist der Elektroantrieb für die KVG eine spannende Herausforderung.“ Ab Mitte Februar kommen die Fahrgäste in den Genuss des neuen Fahrerlebnisses. Die eingesetzten Fahrpersonale und das Werkstattteam haben bis dahin ein umfangreiches Schulungsprogramm durchlaufen. Die KVG testet die Elektrobusse im laufenden Jahr umfassend und wertet die gewonnen Erkenntnisse gemeinsam mit dem Hersteller sorgfältig aus. Auf Basis der Datengrundlage entscheidet der KVG-Aufsichtsrat 2018 über die weitere Umstellung auf den elektrischen Antrieb.

Geladen werden die Elektrobusse ausschließlich auf dem KVG-Betriebshof. Murat Bozankaya, Unternehmensgründer der Sileo GmbH, freut sich auf die Reaktion der KVG-Kunden zum Elektrobus „Made in Salzgitter“: „Durch das leistungsstarke Sileo-Batteriesystem funktioniert ÖPNV bereits heute ohne Infrastruktur zur Zwischenladung. Die Übernachtladung auf dem Betriebshof reicht aus, um Umläufe von über 230 Kilometer zu ermöglichen. Dies spart Investitionskosten für Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum. Daraus resultierend ist die KVG in der Lage, die Fahrzeuge flexibel und ökonomisch im Linieneinsatz zu nutzen, ohne Rücksicht zu nehmen, dass fixierte Ladestationen für die Zwischenladung anzufahren sind.“ Die KVG wird die neuen Fahrzeuge zunächst unter unterschiedlichsten Bedingungen testen. Daher benötigen Fahrgäste vorerst noch etwas Glück zur richtigen Zeit an einer Haltestelle zu stehen, die von einem Elektrobus bedient wird.

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