Die „Apfelconnection“ ruft den Apfelherbst aus

18. September 2017 von
Am Freitag traf sich die "Apfelconnection" auf einer Streuobstwiese bei Königslutter. Fotos: Andreas Molau
Region. Der Apfelherbst im Braunschweiger Land hat begonnen. Viele Aktionen sollen den Apfel in den Mittelpunkt des Interesses stellen.

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Als sich am Freitag am Rande einer Streuobstwiese in Königslutter Initiatoren und Unterstützer der Aktion rund um der Deutschen liebstes Obst trafen, wurde gescherzt: „Was das Alte Land kann, können wir schon lange!“ Tatsächlich ist der Apfel trotz der breiten Vielfalt unterschiedlichster Früchte aus allen Breitengraden der Welt hierzulande immer noch sehr beliebt. Damit das so bleibt, hat sich jetzt, wie Wolfenbüttels Landrätin Christiana Steinbrücke das schmunzelnd so bezeichnete, die „Apfelconnection“ zusammen gefunden. Das erklärte Ziel: Der Erhalt der heimischen Streuobstwiesen und so auch der Erhalt von gut dreihundert verschiedenen Apfelsorten, wie Sabine Fortak, Pomologin von der Arbeitsgemeinschaft Streuobst, erläutert. Einige der roten und grünen Früchte, die in diesem Jahr durch die Wetterkapriolen nicht so zahlreich geerntet werden können, kann man in Kisten sortiert, bestaunen: Da ist etwa der Prinz Albrecht von Preußen, der Geheimrat Oldenburg, Ingrid Marie, McIntosh, der „Gelbe Richard“ und viele andere mehr.

Leckerer Apfelsaft aus der Region.

Kulturlandschaften erhalten

Der Apfelherbst beinhaltet eine Reihe von Veranstaltungen, die allesamt das Thema Apfel in die Öffentlichkeit tragen wollen. Kommerzielle Anbieter wie Halbhuber, der Obsthof Molks, Getränke Armgart, das Café Brennnessel und die Mosterei Sottmar sind ebenso vertreten wie der NABU, Ast e.V. als Interessenverbände, der Landkreis Wolfenbüttel, die evangelische Stiftung Neuerkerode sowie der Geopark. Aufgabe der Landkreise, so die übereinstimmende Meinung von Landrätin Christiana Steinbrügge und Landrat Gerhard Radeck, sei, die einzelnen Protagonisten zusammenzuführen. Sabine Fortak erinnerte daran, dass es früher üblich gewesen sei, dass sich um die Siedlungen ein Streuobstgürtel gezogen habe. Dahin wolle man wieder kommen, so die Hoffnung. Naturschutz und Bewirtschaftung, das wurde bei der Vorstellung deutlich, schließen sich also nicht aus. Während der NABU aber vor allem den ökologischen Gesamtkomplex im Auge hat, steht für die anderen Initiatoren auch die regionale Vermarktung im Zentrum der Bemühungen.

Vom Saft bis zum Brand

Regionaler Obstanbau ist am Ende ein Beitrag zur Vielfalt der Kulturlandschaft im Braunschweiger Land und trägt zusätzlich zu einer klimafreundlichen Wirtschaftsweise bei. Alle Beteiligten waren sich einig, dass der Kreis der „Apfelconnection“ noch erweitert werden kann und sollte. So gibt es allein in Königslutter drei „Jubelwiesen“ auf denen man zu Jubiläen oder Geburten „seinen“ Baum pflanzen kann. Mit Schnittkursen und Arbeitseinsätzen trägt Sabine Fortak dazu bei, dass das Wissen um die Pflege von Obstbäumen erhalten bleibt. Denn diese müssen fachgerecht beschnitten werden, damit sie überleben und Frucht tragen. Hier sieht sie auch eine wichtige Aufgabe. Es genüge nicht, die Bäume anzupflanzen. Die weitere Pflege müssten alle Beteiligten bedenken, mahnt sie. Dass es sich am Ende aber nicht nur um Arbeit und Naturschutz handelt, davon können sich die Genussfreunde im Landkreis schon jetzt überzeugen: Vom Rohprodukt, über den Saft und veredelten Verarbeitungen ist inzwischen einiges in der Region zu haben.

Bis zu 300 Apfelsorten vermutet die Pomologin Sabine Fortak in der Region.

Viele Aktionen

Der Apfelherbst trägt mit seinen Aktionen dazu bei. Am 30. September stellen sich Direktvermarkter von 9 bis 14 Uhr auf dem Bauernmarkt in Helmstedt vor. Mit dabei ist hier, wie auch am beim Erntedankfest in Riddagshausen am 1. Oktober die AG Streuobst, die zur Sortenbestimmung ermuntert und einlädt. Am 14. Oktober ruft der Landkreis Wolfenbüttel ab 9 Uhr von der Donnersbergbrücke bei Neindorf dazu auf, Äpfel zu sammeln, der dann gleich in der Mosterei in Sottmar verarbeitet und für einen guten Zweck verkauft wird. Viele weitere Aktivitäten sind im Flyer »Apfelherbst Braunschweiger Land« nachzulesen, die bei den teilnehmenden Partnern erhältlich sind.

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