Bibber-Wetter: Spinnen wieder auf Wohnungssuche

15. Oktober 2017 von
Auf der Suche nach einem warmen Plätzchen: Die Große Winkelspinne macht aktuell wieder die Region unsicher. Foto: Pixabay
Region. Das Herbstwetter bringt nicht nur die Menschen dazu, sich den Weg in die Natur zu sparen und lieber zu Hause im Warmen zu bleiben. Auch die einheimischen Spinnen suchen sich aktuell wieder Plätze in den vier Wänden, um der Kälte zu entgehen. regionalHeute.de sprach mit dem NABU, ob die Achtbeiner denn auch wirklich ungefährlich für die Menschen sind.

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Wie Marlies Gräwe vom NABU-Niedersachsen erklärt, nutzen generell fast alle Spinnen in Deutschland Gift, um ihre Beute zu betäuben und sind daher für die Beutetiere giftig. Aber: In der Regel können die Mundwerkzeuge, der hier lebenden Arten, die Haut des Menschen nicht durchbrechen.

Winkelspinne macht Region unsicher

regionalHeute.de sprach mit dem NABU. Logo: NABU

In unserer Region gibt es verschiedene Winkelspinnen, zu denen unter anderem auch die oft gefürchtete Haus-Winkelspinne (Tegenaria domestica) oder die größere Große Winkelspinne (Eratigena atric) gehört. Diese seien laut Gräwe jedoch absolut harmlos. Lediglich ihre Beute – Asseln und Insekten – sollte sich vor ihr fürchten. „Der Mensch gehört nicht zu ihrem Beuteschema“, erklärt sie gegenüber regionalHeute.de. Selbst der Versuch von Spinnenexperten, sich von der Winkelspinne beißen zu lassen, brauche demnach Geduld und Geschick. Der Biss sei so zwar spürbar, das Gift habe aber keine bleibende Wirkung.

Keine Gefahr durch Achtbeiner

Doch gibt es überhaupt Spinnen-Arten, die für die regionalen Bürger gefährlich werden können? „Grundsätzlich nein. Der Ammen-Dornfinger allerdings ist mit seinen starken Kieferklauen in der Lage, sein Gift dem Menschen zu injizieren“, betont die NABU-Mitarbeiterin. Aufgrund des Klimawandels konnte sich diese mediterrane Art demnach in warmen Gebieten, vor allem im Nordosten und Südwesten Deutschlands, auch ausbreiten. „Diese scheue Spinne lebt aber bevorzugt in trockenen Offenbiotopen mit hohem Gras“, so Gläwe.

Die Weberknecht gehört zu den meist verbreitetsten Spinnen in Deutschland. Foto: Pixabay

Das sollten Spinnen-Feinde beachten

Wer die Achtbeiner nicht in den eigenen vier Wänden dulden kann, dem rät Marlies Gläwe die Spinne in einem Glas einzufangen, ein Stück Papier oder eine Postkarte vorsichtig darunter zu schieben und die Spinne in die Freiheit zu entlassen. „Bitte nicht mit Pantoffeln, Staubsaugern oder Zeitungen traktieren. Spinnen sind wahre Nützlinge für das Ökosystem“, appelliert die Spinnen-Expertin.

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