15 Wolfsrudel in Niedersachsen: Begegnungen nicht ausgeschlossen

21. März 2018 von
15 Wolfsrudel leben zur Zeit in Niedersachsen. Symbolfoto: Pixapay
Region. Es gibt zur Zeit 15 bestätigte Wolfsrudel in Niedersachsen, teilt die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. mit. Eine genetische Untersuchung hatte ergeben, dass es im Landkreis Celle tatsächlich ein neues Rudel gibt. Dabei handele es sich um einen Rüden mit vier Welpen. Was tut man nun, wenn man tatsächlich einem Wolf begegnen sollte?

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Das Monitoring der Wolfspopulation in Niedersachsen übernehme die Landesjägerschaft Niedersachsen, teilt Philip Foth vom Naturschutzbund mit. „Im langjährigen Mittel, also schwankend zwischen der jährlichen Geburt, der hohen Welpensterblichkeit sowie der Abwanderung der Jungwölfe pendelt sich die Anzahl der Tiere bei rund acht Wölfen pro Rudel ein.“, erzählt er auf Anfrage von regionalHeute.de. Das ergibt nach eigener Rechnung bei 15 Rudeln 120 Wölfe in Niedersachsen.

„Wölfe brauchen keine Wildnis und leben mit uns in der Kulturlandschaft. Daher ist eine Wolfs-Sichtung in der Nähe von Siedlungen an sich nichts Ungewöhnliches. Bei einer Reviergröße von 200 bis 300 Quadratkilometern liegen immer Ortschaften und Gehöfte mitten im Wolfsrevier. Bei ihrer Wanderung wählen sie schlicht den kürzesten und oftmals auch den bequemsten Weg – und der kann schon mal mitten durch eine Siedlung gehen.“, erläutert Foth weiter. Eine Begegnung – auch in Ortschaften – ist also nicht ausgeschlossen.

„Noch nie Aggression gegenüber Menschen“

In Bezug auf die Frage, ob die Begegnungen mit Wölfen zu gefährlichen Situationen führen könnten, äußert sich Foth bestimmt. „In Rumänien und Russland, wo es deutlich mehr Wölfe als in Deutschland gibt und der Wolf nie ausgerottet war, gibt es häufig Berichte von Wölfen, die in Siedlungen gesehen werden, ohne dass es zu gefährlichen Situationen kommt. Die Erfahrungen seit der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland im Jahr 2000 zeigen, dass Wölfe in der Regel Menschen aus dem Weg gehen.

Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass Wölfe sofort die Flucht ergreifen, sobald sie auf einen Menschen treffen. Jungtiere sind teilweise neugieriger und unbedarfter als erwachsene Wölfe. Im Normalfall ziehen sich Wölfe aber zurück. Dennoch gibt es auch einzelne Situationen, in denen Nahbegegnungen von Mensch und Wolf geschildert werden – in diesen Fällen zeigten die Wölfe jedoch nie eine Aggression gegenüber den Menschen.“

Abstand halten angesagt

Generell würden einige Tipps für die Begegnung mit Wildtieren auch für Wölfe gelten. Dazu zähle das ruhige Beobachten der Tiere und das Lassen von Rückzugsraum. Energisches Rufen und Klatschen könne den Wolf vertreiben. Außerdem solle man den Wölfen nicht folgen, sie nicht anlocken oder füttern – Interaktionsvermeidung steht also für die eigene Sicherheit im Mittelpunkt. Falls möglich solle man aus sicherer Entfernung Fotos machen.

„Seit dem Jahr 2000 – seitdem es Wölfe wieder in Deutschland gibt – hat es keine Situation gegeben, bei der sich frei lebende Wölfe aggressiv gegenüber Menschen verhalten haben.“, beruhigt Foth. Die Beobachtung könne man anschließend der zuständigen Wolfsberatung oder der zuständigen Behörde im Landratsamt melden. Die jeweiligen Ansprechpartner sind unter www.dbb-wolf.de einsehbar.

Nicht alle sind sicher

Doch nicht alle sind sicher vor den Streifzügen der Tiere. „Wölfe bevorzugen Huftiere als Nahrungsgrundlage. Neben Wildtierarten wie Rehen, Rothirschen und Wildschweinen zählen zu den Huftieren auch Nutztiere wie Schafe und Ziegen. Für sie müssen in Wolfsregionen flächendeckend Schutzmaßnahmen ergriffen werden, denn bei ihren langen Streifzügen kommen Wölfe immer wieder mit Nutztieren in Weidehaltung in Kontakt. Sind Nutztiere nicht oder nur schlecht geschützt, wird der Wolf versuchen, leichte Beute zu machen.“, führt Foth aus.

Es sei wichtig, entsprechende Schutzmaßnahmen einzuleiten, deshalb unterstütze der NABU Niedersachsen mit dem Projekt „Herdenschutz Niedersachsen“ Nutztierhalter bei der Umsetzung unter Einbindung des Ehrenamtes. Weitere Informationen zu diesem Projekt gibt es unter www.NABU-niedersachsen.de/herdenschutz nachzulesen.

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